Forschungsansatz

Unsere Arbeitsgruppe forscht seit 2009 an der Universität Leipzig am Translationszentrum für regenerative Medizin (jetzt Sächsicher Inkubator für klinische Translation) an einem neuen Therapieansatz zur Behandlung der progressiven Myopie. In Zusammenarbeit mit dem Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung der Universität Leipzig, weiteren Forschern unterschiedlichster wissenschaftlicher Disziplinen und renommierten Augenärzten verschiedenster Augenkliniken erforschen wir den Therapieansatz und wollen ihn in die klinische Anwendung zu bringen.

Ziel des therapeutischen Ansatzes ist die biomechanische Stabilisierung der Lederhaut (Sklera), um so eine pathologische Augenausdehnung zu verhindern. Wenn die Therapie eine überschießende Augenausdehnung eindämmen kann, könnte eine Ausdünnung der Aderhaut und somit eine Unterversorgung der Netzhaut verhindert werden. Es könnten Netzhautschäden (Ablösungen, Atrophien, Einrisse usw.) und damit Erblindung vermieden werden.

Wir adaptieren eine in der Augenheilkunde bereits seit 2004 klinisch angewandten Methode: das korneale Cross-Linking (CXL; das Kreuzvernetzen der Hornhaut). Das kornealen Cross-Linking wird zur Behandlung des Keratokonus, eine Hornhaut aufweichenden Erkrankung, angewendet. Hierbei wird das Kollagen der Hornhaut kreuzvernetzt und so biomechanisch versteift.

 

Behandlung eines Keratokonus durch corneales crosslinking

Abbildung: Behandlung eines Keratokonus durch korneales Cross-Linking.

  1.  Normales Auge mit flacher Hornhaut
  2.  Keratokonus, durch die Erweichung des Gewebes entsteht eine Auswölbung der Hornhaut (Konusform)
  3.  korneales Cross-Linking: auf die Hornhaut ist Riboflavin appliziert worden und diese wird dann mit UV Licht bestrahlt (Bild aus Wollensak et. al.  Am J Ophthalmol 2003;135: 620–627)

 

Die adaptierte Methode soll in unserem Therapieansatz zur biomechanischen Versteifung der Sklera (sklerales Cross-Linking) führen.

Prinzip des Kollagen Kreuzvernetzens bei z.B. cornealem oder skleralem crosslinking
Abbildung: Prinzip des Kreuzvernetzens bei z.B. kornealem oder skleralem Cross-Linking. Durch die Behandlung werden werden neue chemischen Brücken (rote Balken) zwischen den Kollagenmolekülen etabliert.

 

 Der Film zeigt schematisch den operativen Ansatz mittels eines Applikators am Auge der sowohl das Riboflavin als auch das Blaulicht appliziert.

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